Schallabsorbierung in einem Proberaum

Geräuschverringerung in einem Musikproberaum  

Der Auftrag kam von einem Musikverein. Der Raum, den wir anhand einer vorab durchgeführten akustischen Studie bearbeiten sollten, befindet sich in der 1. Etage des Gebäudes. Im Rahmen der Studie konnten wir die Eigenschaften des Saals bestimmen und die Abweichung der Akustik von den für diesen Raumtyp empfohlenen Werten ermitteln.

Erst vor Kurzem wurde das Dach des Gebäudes (Hallendach) modifiziert. Obwohl die akustischen Bedingungen schon vor diesem Umbau nicht ideal waren, verstärkte sich danach das Unbehagen durch den im Inneren des Saals erzeugten Hall noch weiter.

Der Hauptproberaum, in der folgenden Skizze als Raum 1 bezeichnet, hat eine Nutzfläche von 135,42 m2. Er ist fast rechteckig, hat ein Satteldach und seine Raumhöhe beträgt an den beiden Enden 5,2 Meter, in der Mitte 7,5 Meter. Das Raumvolumen beträgt etwa 924 m3. Die Materialien, aus denen die Oberflächen des Raums bestehen, sind im Allgemeinen stark schallreflektierend. Die Materialien sind unten aufgeführt: 

  • Boden: Keramikfliesen.
  • Wände: Verputzte Keramikziegelsteine. An einer der kurzen Wände Wandschirme aus Melanin. 
  • Decke: Durchgehende Holzleisten.
  • Innenausbau: lackiertes Holz, Melamin und Glas. 
  • Mobiliar: Spärlich, wenig davon gepolstert.
 

Der gewünschte TR-Wert hängt von der beabsichtigten Nutzung des Raumes (Sprache oder Musik) und seiner Lautstärke ab. In unserem Fall – mit einem ungefähren Raumvolumen von 924 m3 – beträgt der gewünschte TRmid bei Musik etwa 1,35 Sekunden. Es muss berücksichtigt werden, dass dieser Wert für Konzertsäle empfohlen wird; da es sich in diesem Fall um einen Proberaum handelt, könnte der Wert auch niedriger sein. 

 
 

Wir führten die Zeitmessungen des Nachhalls im Raum gemäß den Standardmethoden durch und erzielten folgende Ergebnisse:

 
 

Anfänglich lag die durchschnittliche Rückstrahlungs- oder Nachhallzeit im Raum bei einem Wert von TRmid= 3,5 Sekunden, weit entfernt vom empfohlenen Wert für Musikräume (TRmid=1,3 Sekunden). Die bei den verschiedenen Frequenzen gemessenen Zeiten waren deutlich zu hoch („sehr lebendiger Raum“), was bei der Ausübung der geplanten Aktivität als sehr störend empfunden wurde. Wir mussten eine akustische Lösung finden, mit der sich dieses Problem korrigieren lässt. 

Um die schalldämmenden Materialien, die zur Korrektur der Rückstrahlungskurve benötigt werden, genau abschätzen zu können, erstellten wir ein 3D-Modell des Raums, mit dessen Hilfe wir die akustischen Korrekturen exakt bewerten konnten.

 
 

Ausgehend vom geometrischen Modell bereiteten wir das akustische Modell vor, indem wir die Absorptionseigenschaften der einzelnen Materialien zuwiesen, aus denen der Raum besteht. So konnten wir das theoretische Modell in Bezug auf die gemessene Rückstrahlungszeit an das reale Modell anpassen (Modellkalibrierung). Auf der Grundlage dieser Werte erstellten wir mit den schallisolierenden und -dämmenden Materialien aus unserem Portfolio einen Plan für die optimale Lösung (siehe nachfolgende Skizze):

 

Mit den von uns vorgeschlagenen akustischen Behandlungen erbrachte das theoretische Modell folgende Resultate:

 
 
 

Eine Verringerung der Rückstrahlungszeit um mehr als 2 Sekunden und ein Wert von TRmid= 1,3 Sekunden. Bei voll besetztem Raum wird die Rückstrahlungszeit sogar noch kürzer. 

 Das Ergebnis unserer akustischen Behandlung sieht man auf dem folgenden Foto:

 

Um die erzielten Ergebnisse zu verifizieren, führten wir akustische Messungen mit den installierten schallabsorbierenden Paneelen Acustiart durch. Die Ergebnisse sind in der folgenden Grafik dargestellt:

 

Die bei den akustischen Arbeiten vorgenommene Anpassung wurde genau auf die theoretischen Schätzungen abgestimmt, die wir anhand des 3D-Modells vorgenommen haben. Dies zeigt, dass wir mithilfe unserer Berechnungswerkzeuge sehr präzise Annäherungen an die Realität erhalten. Außerdem können wir unseren Kunden mit den 3D-Modellen helfen, angemessene Entscheidungen zu treffen, ohne unnötige Kosten aufwenden zu müssen. Durch den guten Absorptionsgrad der schallabsorbierenden Paneele Acustiart 50 und 100 können alle Arten von Räumen in geeigneter Weise angepasst werden, auch solche, die ein hohes Maß an akustischer Qualität erfordern, wie es bei Konzertsälen und Proberäumen der Fall ist.

 

TECHNISCHES DATENBLATT INSTALLATION

Projekt: Schallabsorbierung in einem Musikproberaum
Ref.: S01TV2000177
Sektor: Audiovisuelle Medien

VERWENDETES SCHALLDÄMMENDES MATERIAL